20 Patente in 14 Jahren

Interview mit dem preisgekrönten Erfinder Jarno Niemelä

Verfasser: F-Secure Business Security Insider
Datum: 9. April 2015
Lesedauer: 3 Minuten

Wir bei F-Secure wären nicht dort, wo wir heute sind, säßen in unseren Labors nicht so talentierte und leidenschaftliche Forscher. Heute möchten wir Ihnen einen dieser Menschen vorstellen, dessen neugieriges Wesen ihn dazu gebracht hat, Erfinder zu werden – und noch dazu ein ganz herausragender.

Seit 14 Jahren ist Jarno Niemelä bei F-Secure, und in dieser Zeit hat er die beeindruckende Zahl von 20 Patenten erhalten; insgesamt hat er 100 Patentanmeldungen eingereicht. Erst vor Kurzem wurde er von einer Gruppe finnischer Erfinder-Organisationen als „Salaried Inventor of 2014“ ausgezeichnet. Ich habe mich mit Jarno darüber unterhalten, wo er seine Ideen sammelt und welche Ratschläge er anderen mit auf den Weg geben möchte.

Jarno_Niemelä

Auf welche Bereiche konzentrieren sich Ihre Erfindungen?
Ich beschäftige mich überwiegend mit Methoden zur Erkennung von Malware in einem System und mit Verfahren, die verhindern, dass Malware überhaupt erst in ein System eindringt.

Wo bekommen Sie die besten Ideen?
Meine Erfindungen geschehen vor allem abends, wenn ich nicht bei der Arbeit bin und auch gar nicht versuche, an die Arbeit zu denken. Es kommt vor, dass ich bei der Arbeit mit einem Problem beschäftigt bin, und ein oder zwei Tage später bekomme ich in meiner Freizeit auf einmal die entscheidende Idee, obwohl ich gerade etwas völlig anderes tue. Dann verstehe ich das Problem auf einmal und komme auf eine Lösung. Beim Fitness kann man gute Erfindungen machen!

Was motiviert Sie, immer wieder solche neuen Lösungen zu finden?
Erfindungen passieren einfach. Wenn ich erst einmal in der Lage bin, ein Problem zu definieren, finde ich in der Regel auch eine Lösung. Ich habe das Glück, in Gebieten zu forschen, wo es Probleme gibt, die noch niemand gelöst hat. Ich will ehrlich sein: Ich persönlich mag Patente eigentlich gar nicht. Tatsache ist aber, dass Unternehmen ohne Patente einfach ihren Wettbewerbern ausgeliefert wären. Insofern sind Patente für ein Unternehmen meiner Meinung nach im Grunde ein Mittel zur Selbstverteidigung. Patente sorgen für ein gewisses Gleichgewicht.

Waren Sie auch schon als Kind sehr neugierig?
Ich war schon immer erfinderisch. Erfinder zu werden kann man nicht lernen. Das liegt in der Natur eines Menschen – man hat es, oder man hat es eben nicht. Und dann muss man sein Talent verfeinern und lernen, wie es in der Welt der Patente zugeht. Daneben sind aber auch eine gute Grundbildung und viel Wissen über das jeweilige Feld notwendig. Ich habe in dieser Hinsicht viel der Metropolia University of Applied Sciences zu verdanken, wo ich mein Ingenieurstudium absolviert habe.

Haben Sie einen Rat für Menschen, die diese erfinderische Natur besitzen und die Patente anmelden möchten?
Alles beginnt damit, dass man das Problem versteht. Ohne ein grundlegendes Verständnis des Problems kann man keine Lösung finden. Und wenn es um Patente geht, müssen Sie alles kennen, was bislang in Ihrem Bereich geschehen ist, und genau wissen, wie sich Ihre Erfindung von den anderen unterscheidet. Andernfalls kann es gut sein, dass der Patentprüfer Ihr Patent ablehnt. Und als letzter Tipp: Haben Sie Geduld, die Patentanmeldung ist ein ziemlich langwieriger Prozess. Es kann drei bis fünf Jahre dauern, bis ein Patent genehmigt wird. Das ist also nichts für ungeduldige Leute!

Was ist das für ein Stein, den Sie da in der Hand halten?
Das ist meine Trophäe, ein Stück finnisches Urgestein. Erfinder sind das Urgestein neuer Produkte.

Haben Sie bestimmte Ziele für Ihre Erfindungen?
Bevor ich in Rente gehe, möchte ich mindestens 50 Patente haben, die auf meinen Namen laufen.

Nun, der Anfang ist schon einmal gemacht. Herzlichen Glückwunsch, Jarno!

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