F-Secure auf der re:publica 2015 in Berlin

Keynote über Bezahlmodelle, Privacy und Spionage

Verfasser: Philipp Rogmann
Datum: 15. Mai 2015
Lesedauer: 2 Minuten

Die re:publica ist inzwischen zu einem Event für Meinungsführer und -Macher der digitalen Welt geworden und nicht länger eine auf die Region Berlin begrenzte Veranstaltung. Wenn wir verstehen wie das Internet sich wandelt und wie wir es sicherer und kreativer machen können, können wir Wachstum ohne Identitätsverlust erreichen.

Eines der wichtigsten Anliegen des Chief Research Officers von F-Secure, Mikko Hyppönen, ist und bleibt der Schutz der Privatssphäre. In seiner Keynote auf der re:publica ging er auf zwei Aspekte des Internets ein, wobei er sowohl auf die Gefahren und Herausforderungen einging, mit denen die User und Provider gleichermaßen zu kämpfen haben, als auch die stetig wachsende Gefahr durch Angriffe von Regierungen, die Malware nutzen, um Spionage gegen das eigene Volk und gegen andere Regierungen zu betreiben.

Als Mikko im Jahr 1994 seine erste Website online brachte, diskutierte er bereits zu diesem Zeitpunkt mit seinen Kollegen die Möglichkeiten, wie User in Zukunft für Inhalte bezahlen würden. Sie dachten dabei an einen einfachen Button im Browser, um Bezahlvorgänge durchzuführen. Aber sogar jetzt, über 20 Jahre später, gibt es solch eine einfache Lösung noch nicht. Eine Gefahr für die Privatssphäre der User ist, wie sie heutzutage für Inhalte bezahlen.

Ein komplett anderes Bezahlmodell für Inhalte hat sich durchgesetzt, das davon lebt, Profile von den Nutzern anzulegen, von Nutzern, die bestimmte Services in Anspruch nehmen und diese umfangreichen Profile dann an Werbetreibende zu verkaufen.

Aber wie wissen die Werbefirmen dann, welche Menschen hinter den anonymisierten Profilen stecken? Mikko erklärt, dass es riesige, den Nutzern größtenteils unbekannte, Datenkraken gibt und gibt einen Ausblick darauf, wie sich das in den nächsten Jahren auf die Privatssphäre Aller auswirken wird. Dieses Prozedere ist der Grund, warum Facebook Whatsapp gekauft hat und der Grund, warum es andere Allianzen gibt, die auf den ersten Blick nicht verdächtig erscheinen.

Die Privatssphäre jedes Einzelnen ist in Gefahr, es werden Profile in gigantischem Ausmaß erstellt, aber das ist nicht die einzige Gefahr, der die Internetnutzer gegenüberstehen. Regierungen haben vor ungefähr zehn Jahren damit angefangen, systematisch Spionage zu betreiben. Als erste Regierung hat China Malware für diese Zwecke entwickelt. Heutzutage nimmt die staatlich betriebene Spionage immer weiter zu, sei es gegen die eigenen Bürger, andere Regierungen oder Firmen zum Zwecke der Wirtschaftsspionage. Besonders Russland, die USA und China entwickelt immer mehr Spionage-Malware.

Ein weiterer interessanter Punkt, den Mikko zur Sprache brachte, ist, wie einfach es inzwischen ist, Informationen über die technische Ausstattung offizieller Stellen zu bekommen. Jede Person kann frei herausfinden, was für Hardware zum Beispiel der amerikanische Präsident nutzt – durch einen Blick auf offizielle Fotos, die frei verfügbar sind.

Doch nicht alles ist schlecht, Mikko hat eine wichtige und positive Nachricht für alle Teilnehmer:

Hoffnung machen mir Events wie dieser und Leute wie Sie; Leute, die sich kümmern, sich interessieren; Leute, die über Privacy und den Schutz der Privatssphäre nachdenken; Leute, die aufstehen und gewillt sind, etwas zu ändern.

 


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